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Rassekunde Deutsche Dogge

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Mit mindestens 72 cm Widerristhöhe bei HĂŒndinnen und mindestens 80 cm bei RĂŒden ist die Deutsche Dogge zweifellos eine imposante Erscheinung, ein echter Hingucker.



Die enorme GrĂ¶ĂŸe dieser Rasse hat seit jeher ihre Einsatzbereiche bestimmt. Die Hunde sollten entweder optisch etwas „hermachen“ oder mit ihrer Kraft und ihrer GrĂ¶ĂŸe im Kampf beziehungsweise bei der Jagd eingesetzt werden.

Einige Stimmen fĂŒhren die Entstehung der Dogge schon auf römische Mastiffs der Antike zurĂŒck, die damals als Kriegs- und Kampfhunde eingesetzt wurden. Eindeutig belegt ist diese Theorie allerdings nicht. Doch ab Beginn des 16. Jahrhunderts lĂ€sst sich die Geschichte der Deutschen Dogge recht gut zurĂŒckverfolgen. Molossoide Hunde aus verschiedenen europĂ€ischen LĂ€ndern wurden damals mit Windhunden, speziell dem Irischen Wolfshund gekreuzt, um starke, aber auch wendige und schnelle Hunde entstehen zu lassen. Diese wurden entweder bei der Jagd oder zu Schutzzwecken eingesetzt. An FĂŒrstenhöfen wurden die eindrucksvollsten Exemplare als sogenannte Kammer- oder Leibhunde, also Begleiter und BeschĂŒtzer am Hof gehalten, die ihre Herren als „LeibwĂ€chter“ bis in die SchlafgemĂ€cher begleiteten. Die Hunde, die bei der Jagd eingesetzt wurden, sahen sich vor allem Wildschweinen und BĂ€ren gegenĂŒber. Sie kamen zum Einsatz, nachdem „Saufinder“, „SaurĂŒden“ oder „BĂ€renbeißer“ die Wildschweine und BĂ€ren aufgespĂŒrt und aus dem Dickicht ins Freie getrieben hatten. Ihre Aufgabe war es dann - geschĂŒtzt durch einen Panzer aus dickem Stoff und FischbeinstĂ€ben - ein bereits ermĂŒdetes Tier zu packen und festzuhalten bis der JĂ€ger hinzukam und es mit der Stichwaffe tötete. Die Bedeutung dieser unter anderem als „Saupacker“ bezeichneten Hunde fĂŒr die Jagd ging im 19. Jahrhundert mit dem steigenden Einsatz von Schusswaffen immer weiter zurĂŒck. Je nach Region entwickelten sich unterschiedliche Typen und damit auch unterschiedliche Bezeichnungen der Dogge. German Boarhound, Ulmer Dogge oder DĂ€nische Dogge sind nur einige davon. 1880 wurde schließlich ein einheitlicher Standard definiert, der unter der Bezeichnung „Deutsche Dogge“ alle bis dahin existierenden Variationen vereinte. Wie man sich denken kann, war und ist dieser Beschluss umstritten, da mehrere europĂ€ische LĂ€nder den Ursprung der Dogge fĂŒr sich beanspruchen.

Laut Rassestandard sind fĂŒnf Farben in drei FarbschlĂ€gen erlaubt: Blau, gelb und gestromt sowie gefleckt und schwarz. Der Körperbau der Dogge soll groß und krĂ€ftig sein. Das Fell ist sehr kurz, dicht und glĂ€nzend. Der Kopf ist lang und markant mit deutlichem Stopp, die hĂ€ngenden Ohren sind hoch angesetzt.

Wie viele sehr große Rassen haben Doggen leider keine hohe Lebenserwartung. Eine schwedische Untersuchung beziffert, dass 28 Prozent der Deutschen Doggen vor dem Alter von fĂŒnf Jahren sterben. Sie neigen - auch aufgrund ihrer GrĂ¶ĂŸe - zu einigen rassespezifischen Krankheiten wie HĂŒftgelenksdysplasie, dilatative Cardiomyopathie (eine Herzmuskelerkrankung), Knochenkrebs und Magendrehung.

Doggen sind Hunde mit einer sehr hohen Reizschwelle. Das bedeutet, dass ein Reiz sehr hoch sein muss, bevor die Dogge darauf reagiert. Dann kann die Reaktion aber blitzschnell und aufgrund der GrĂ¶ĂŸe und des Körperbaus auch sehr heftig beziehungsweise körperlich ausfallen. Ihre Vorfahren durften bei der Jagd auf die Wildschweine und BĂ€ren nĂ€mlich nicht zimperlich sein und mussten einiges einstecken. Damals war es außerdem wichtig, dass die Hunde bei ihrem Einsatz sehr selbststĂ€ndig agierten, sie warteten nicht erst auf genaue Anweisungen der JĂ€ger. Heute wird den Doggen manchmal eine aus dieser EigenstĂ€ndigkeit resultierende - menschlich formulierte - Dickköpfigkeit nachgesagt. Die Aufgabe als Wach- und Leibhund hat zusĂ€tzlich dazu gefĂŒhrt, dass Doggen eine zum Teil sehr ausgeprĂ€gte territoriale Motivation und Wachsamkeit an den Tag legen. Alles in allem ist diese Mischung in Verbindung mit der GrĂ¶ĂŸe und Kraft der Hunde nur bedingt fĂŒr HundeanfĂ€nger geeignet. Diese sollten sich zumindest im Vorfeld intensiv mit den Anforderungen an die Haltung einer Dogge auseinandersetzen. Denn ohne Konsequenz, klare Regeln und Strukturen kann es am anderen Ende der Leine sehr ungemĂŒtlich werden - körperlich ist eine Dogge verstĂ€ndlicherweise kaum zu halten. Sie muss von Welpe an lernen, nicht zu grob mit Menschen und auch anderen Hunden umzugehen. Eine Dogge kann man gut ĂŒber verschiedene Formen der Nasenarbeit oder auch ein Apportiertraining auslasten. Dabei sollte sie sich - bei entsprechender Gesundheit - auch mal so richtig körperlich verausgaben dĂŒrfen, beispielsweise in dem sie das Apportel unter einem Baumstamm hervor oder aus einem großen Haufen Äste herausziehen darf.



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